Wenn das Ohr pfeift

Wenn das Ohr pfeift

Viele Menschen leiden an Tinnitus (Ohrgeräusche).  In diesem Artikel will ich nicht auf die einzelnen Ursachen wie z.B. Lärmschäden, Halswirbelsäulenbeschwerden, HNO- oder Hörnervenerkrankungen, Stoffwechselstörungen eingehen, sondern auf Zusammenhänge.

In der Osteopathie sehen wir die anatomischen Zusammenhänge und als IMpuls®- Körper – Gestalt Coach verknüpfe ich diese mit dem, was den Menschen innerlich und oder äußerlich bewegt hat oder im aktuellen Moment bewegt.

Kurz zur Anatomie:

Das Besondere ist der Gesichtsnerv -N. trigeminus- (den Namen hat der ein oder andere vielleicht schon mal gehört), der eine entscheidende Rolle spielt. Er wird von vier Hirnnervenkernen beeinflusst, welche Informationen aus dem Gesicht, Hals, Oberkörper und dem Bauch zum Gehirn sendet.

Ist in diesen Regionen etwas blockiert, verspannt, verklebt, verletzt oder operiert worden, kann dies den Tinnitus oder Schwindel begünstigen. (Ich möchte hier anmerken „kann“ nicht zwangsläufig muss. Unser Körper kann vieles kompensieren und dennoch kommt auch er mal an seine Grenzen.)

Kommt jetzt noch Stress hinzu und/oder wurde zu wenig Wasser getrunken, löst es wie bei einem Dampfkessel, der immerzu auf dem Herd steht, den Pfeifton aus. Dann wird der Besitzer schließlich aufmerksam.

Nun nochmal etwas konkreter:

Der Fuß und Nacken als Auslöser

Stehen die Fußwurzelknochen (z.B. nach Umknicken mit dem Fuß) nicht in Reih und Glied tanzen Knie, Becken und die Wirbelsäule ebenfalss aus der Reihe. Die Halswirbelsäule verscuht den Kopf zu balancieren. Das geht ohne Muskelanspannung nicht. Blutgefäße oder Nerven werden auf ihrem Weg zum Ohr irritiert.

Der Bauch und das Kiefer als Auslöser

Nach Kaiserschnitt, Blinddarm oder Gallen Operation besteht die Möglichkeit von Verwachsungen. Das Bauchfell wird vom N. phrenicus versorgt. Dieser Nerv entspringt der Halswirbelsäule (C3-C5) und ist unser Hauptatemmuskel. Er ist zeitgleich für die Muskelaktivität eines Muskels, der unter dem Schlüsselbein liegt, verantwortlich. Durch Zug der Verwachsungen nach unten z. B. beim Atmen oder Aufrichten des Körpers kann dieser Nerv irritiert werden, die Atmung beeinflussen, die Schulterfunktion und die Halswirbelsäule. Die Halsfaszien sind aufgespannt zwischen Kinn, Zungenbein, Hinterkopf, Schlüsselbein und Vorderseite der Brustwirbelsäule.Daraus kann sich wiederum eine Beeinträchtigung der Kieferstellung ergeben, was wiederum Verspannungen der Kaumuskeln nach sich zieht. DAs Kiefergelenkköpfchen lebt in enger Nachbarscahft zum Ohr und kann diesen Bereich wieder stören.

Das Steißbein und die Halswirbelsäule als Auslöser

Auch ein Sturz auf das Steißbein, der zu einer Verschiebung dieses Knochens bauchwärts führen kann, kann die Durchblutung im Ohr beeinflussen mittels Zugs am N. trigeminus.  Grund dafür ist, dass die Hirnhäute, die die Innenseite des Schädels auskleiden, als Schlauch (=Dura) sich durch den Wirbelkanal ihren Weg zur Außenseite des Steißbeins suchen. Ist die Position des Steißbeines also verändert, gibt es Zug an der oberen Halswirbelsäule, deren Muskeln sich verspannen um einen horizontalen Verlauf der Augenverbindungslinie zu garantieren. So kann sich dies ungünstig auf das Ohr auswirken.

 Kommt Stress hinzu

Gibt es Stress im Sinne von Zeitdruck, durch Konflikte oder durch belastende Erlebnisse wie der Tod eines nahestehenden Menschen, geht das oft mit Gefühlen von Wut und Trauer einher. Diese dazugehörige Mimik und Anspannung z.B. der Kaumuskulatur oder Zwerchfells  wird ebenfalls vom N. trigeminus registriert und schon landen wir mit dieser faszialen Kette im Bereich des Ohres.

Fehlende Entspannungszeiten und Bewegungsmangel, die diese Verdrehungen und Verknotungen eher fördern als abbauen, sind der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

 Wie Sie sehen hängt mal wieder alles zusammen und jeder Körperbereich „hört“ mit was in der Nachbarschaft los ist auch über den Weg der „stillen Post“.

Darum meine Tipps:

Lernen Sie sich frühzeitig wahrzunehmen und sich zu beobachten, welche Beschwerden wann begonnen haben.

Was war/ist in dieser Zeit in Ihrem Leben los? Gab es Stress? Was genau hat Sie damals gestresst? Welche Gefühle waren vorhandeln und wie sind Sie damit umgegangen?

Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung – niemand muss alles alleine schaffen.

Sorgen Sie immer wieder für kleine Entspannungseinheiten zwischendurch und trinken Sie genügend klares stilles Wasser.

Imke Götz
Menschen in Verbindung zu bringenExpertin für Körperkommunikation IMpuls® - Körper - Gestalt - Coach

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