Genießen Sie Ihre Entscheidungen?

Kennen Sie das auch? Ein ständiges Abwägen: Esse ich (noch) ein Stück Torte oder nicht? Bin ich in der Denkweise, dass man bescheiden sein muss, um anderen Mitgliedern der Kaffeerunde eine Chance auf ein Stück Torte zu ermöglichen, sprechen wir vielleicht unseren Wunsch nach einem dritten Stück Torte erst gar nicht an.

Habe ich von zuhause gelernt „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, halte ich mich zurück und denke  evtl., ich habe es nicht verdient, da ich ja nichts geleistet habe und nur „herum sitze“ während einer Kaffeerunde und ratsche.

Oder ich esse einfach hastig drauf los und merke dann später, dass der Bauch spannt.

In dem Moment, in dem wir uns gegen etwas entscheiden, entscheiden wir uns automatisch auch für etwas Anderes. Dies ist uns häufig nur nicht bewusst. Das ist bedauerlich, da ich dann mit meiner Entscheidung hadere, ein schlechtes Gewissen habe, weil ich noch ein drittes Stück gegessen habe oder mich ärgere, weil ich es nicht gegessen habe und diesen wunderbaren Moment verpasst habe, wenn es z.B. mein Lieblingskuchen aus der Kindheit war.

Wenn wir erforschen, welches Bedürfnis wir mit der Handlung oder der Nicht-Handlung verbinden, können wir mit der Entscheidung Frieden schließen und diese auch genießen – so oder so.

Konkret bedeutet das, wenn ich das Stück Torte esse und dadurch mich mit meinen Kindheitserinnerungen verbinde, kann ich mir das Gefühl von Geborgenheit, Zugehörigkeit und Entspannung erfüllen. Fehlt mir dieses im momentan stressigen Alltag, dann kann es meine Stimmung heben, weil ich mich mit dieser Zeit verbinde und mir mein Bedürfnis damit erfülle. Ist es mir bewusst, dass es keine Dauerlösung ist und nicht nur die einzige Strategie, diese Lebenswerte zu erfüllen, kann es ein wundervoller Glücksmoment sein.

Wenn ich mich gegen den Kuchen entscheide, dann erfülle ich mir ein anderes Bedürfnis, z.B. nämlich meinen Körper und meine Gesundheit zu achten oder mit Menschen etwas (hier die Torte) zu teilen. Dann lege ich in diesem Moment in meinem Leben Wert auf Gemeinschaft, Fairness und Chancengleichheit.

Wenn wir erkennen, welches Bedürfnis hinter unseren Handlungen liegt, können wir aufhören uns zu verurteilen, zu verachten oder Vorwürfe zu machen.

In der Sichtweise der „Wertschätzenden Kommunikation“ gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, nur Bedürfnisse, die erfüllt oder unerfüllt sind. Wenn wir im Nachhinein der meinung sind,uns „falsch“ entschieden zu haben, dann hat sich lediglich ein anderes Bedürfnis gezeigt, welches wir jetzt mehr spüren und als nicht erfüllt erkennen.

Die Strategie, die wir gewählt haben, ist nur eine von vielen. Und so können wir prüfen, ob wir erfolgreich mit unserem Verhalten waren, dieses jederzeit ändern und eine andere Strategie wählen.

Ihr Bauchgefühl kann Ihnen also die grobe Richtung zeigen und Ihr Verstand die konkrete Vorgehensweise. Das Bauchgefühl/Intuition ist schnell und der Verstand braucht etwas mehr Zeit zum Planen und Umsetzen.  Die Betonung liegt auf „etwas“ nicht auf „ewig“.

Damit Ihnen Entscheidungen nicht im Magen liegen,  werden Sie sich Ihrer Gefühle und Ihrer Bedürfnisse bewusst. Wenn es Ihnen schwer fällt, dann bin ich gerne für Sie da. Durch meine Fragen innerhalb des Coachings finden Sie Ihren Weg.

Imke Götz
Menschen in Verbindung zu bringenExpertin für Körperkommunikation IMpuls® - Körper - Gestalt - Coach

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