„Auf und nieder, immer wieder – das Knie“

Das Knie ist ein besonderes Gelenk. Es besteht aus drei knöchernen Anteilen:

a) einer knöchernen Rolle (Oberschenkelcondylen), die auf dem

b) Schienbein(Tibia) plateau rollt und gleitet.

c) An der Vorderseite der Oberschenkelcondylen ist die Kniescheibe (Patella) eingebettet. Sie dient als Umlenkrolle zum Kraftaufbau.

Die knöchernen Gelenkpartnern sind von Knorpel überzogen. Die Menisken liegen auf dem Tibiaplateau und fungieren einerseits als Stoßdämpfer und andererseits puffern sie durch Schaffung von mehr Kongruenz (je mehr Kontaktflächen zwei Gelenkpartner zu einander haben desto mehr verringert sich der Druck) die auftretenden Kräfte ab.

Das Knie hat keine gute knöcherne Führung und wäre so sehr instabil. Doch die Natur hat vorgesorgt. Die Stabilität erhält das Knie durch seine Seiten- und Kreuzbänder, Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur, die ein muskuläres „Korsett“ bilden.

Die Nerven, die diese Muskeln versorgen, entspringen aus der Region des Lendenwirbelsäule, während die Blutgefäße aus dem Beckenbereich – unter dem Leistenband hindurch zum Knie ziehen.

Fußfehlstellungen wie Senk-, Knick- oder Spreizfüße können das Knie beeinflussen. Umgekehrt kann eine Kniefehlstellung – wie das bei X- oder O-Beinen der Fall ist – die Füße als auch die Hüfte beeinflussen.

Allein daran wird wieder klar, dass alles mit allem zusammenhängt.

Für das Knie gehört beugen und strecken zur „täglichen Arbeit.“. Beobachten Sie doch einmal, wie oft Sie aufstehen und sich wieder hinsetzen.

Drehungen des Körpers auf der Stelle mag das Knie nicht so besonders v.a. nicht, wenn es ruckartig und mit Druckeinwirkung geschieht z.B. bei Stürzen.

Treppen steigen oder Bergauflaufen ist leichter für das Knie – (allerdings anstrengender für das Herz- Kreislaufsystem) als Abwärtsgehen. Das liegt daran, dass sich das Knie unter Einwirkung der Schwerkraft beugt und die Oberschenkelmuskulatur sich dabei verlängern muss. Dieser Vorgang erfordert von allen das Knie beeinflussenden Muskeln koordinative Höchstleistung. Auch die Wadenmuskulatur, die zusammen mit den Kreuzbändern verhindert, dass die Oberschenkelcondylen zu sehr nach vorne gleiten, ist dabei eingebunden.

Dieses Feintuning trainiert die Muskulatur allerdings am besten – dennoch hängt es – wie oft im Leben – von der Dosierung ab.

Kniearthrose ist gleichzusetzen mit Kniegelenksverschleiß, während Arthritis auf eine Gelenkentzündung hindeutet mit den typischen Zeichen von Schwellung, Wärme, Rötung und Schmerz im Kniebereich. Für letzteres sind Quarkwickel und Entlastung wichtig, während ein abgenutztes Gelenks eher Wärme liebt.

Betrachtet man das Knie ganzheitlich gehört es z.B. in der fernöstlichen Medizin zum Wasserelement. Zum Wasserelement gehören der Blasen- und Nierenmeridian. Und genau diese zwei Meridiane verlaufen an der Knieinnenseite und in der Kniekehle entlang. Dort liegen wichtige Akupunkturpunkte, die bei Schmerzen im Knie sediert werden können. Die Jahreszeit Winter wird ebenfalls dem Wasserelement zugeordnet und damit wird verständlich, warum sich Knie über Wärme freuen – und über Aquajogging im warmen Thermalwasser.

Es laufen noch weitere Meridiane am Knie vorbei, über die ich in einem anderen Newsletter berichten werde. Höre ich da jetzt ein „schade“? Gut – dann wenigstens hier die weiteren: Leber -und Gallenmeridian, und Magen und Milz/Pankreasmeridian.

Spannend sind die auch die verschiedenen Reflexzonen, die um das Knie herum liegen. Dazu gehören z.B. neurolymphatischen Reflexzonen. Diese Bereiche sind beim Abtasten empfindlich, leicht, teigig, ödematös aufgequollen. Diese Gewebezonen sind Organen zugeordnet. Diesen Zusammenhang berücksichtige ich bei meinen osteopathischen Behandlungen und frage deswegen vorab in meinem Anamnesebogen nach Funktionsstörungen der Organe

Es gäbe noch so einiges zu erzählen, doch vorerst genug.

Also Fazit halten Sie Ihre Kniegelenke warm, denn sie haben keinen Isolationsschicht und sind Kälte somit schutzlos ausgeliefert. Mit einem darübergelegten Kirschkernsäckchen oder einer warmen Stola schenken Sie Ihren wichtigen Gelenken  eine Wellnesseinheit.

 

 

Imke Götz
Menschen in Verbindung zu bringenExpertin für Körperkommunikation IMpuls® - Körper - Gestalt - Coach

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